Wenn Kinder sich zusammensetzen und über Umwelt- und Gesundheitsthemen diskutieren, dann interessieren sich natürlich auch die Politiker dafür.
So kam Marion Caspers-Merk, Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, als Vertreterin des Bundesgesundheitsministeriums zum Kindergipfel, um sich in den Workshops über die Arbeit der Kinder zu informieren. Im Gegenzug hatten die Kinder die Möglichkeit, die Politikerin mit ihren Fragen zu löchern.

Hier findest du einige der Fragen der Workshopteilnehmer und die Antworten von Marion Caspers-Merk:
Workshop Ernährung:
Pfeifen Sie an einem stressigen Tag auf gesunde Ernährung?
Marion Caspers-Merk:
Ich gebe zu, dass ich an einem stressigen Tag sehr anfällig bin für Schokolade. Aber grundsätzlich versuche ich mich an gewisse Regeln zu halten: nicht rauchen, mich ausreichend bewegen und genug Obst und Gemüse essen.
Workshop Ernährung:
Glauben Sie daran, was die Werbung uns über Lebensmittel erzählt?
Marion Caspers-Merk:
Nein, daran glaube ich nicht. Die Firmen wollen ja etwas verkaufen, da nennen sie nur die positiven Seiten ihres Produkts. Dass in vielen Lebensmitteln Farb- und Konservierungsstoffe und eine Menge Zucker und Fett enthalten sind, wird in der Werbung verschwiegen.
Workshop Handy:
Telefonieren Sie viel mit dem Handy?
Marion Caspers-Merk:
Ja, ich telefoniere häufig mit dem Handy, weil ich sehr viel unterwegs bin. Wenn es möglich ist, telefoniere ich aber nur kurz mit dem Handy und benutze für längere Gespräche das Festnetz. Außerdem benutze ich die Freisprechanlage im Auto, um mich geringerer Strahlung auszusetzen.
Noch hat man bei dieser relativ neuen Technologie keine sicheren Erkenntnisse über die Wirkung der Strahlung, da sollte man die Belastung vorsichtshalber so gering wie möglich halten.
Workshop Handy:
Schalten Sie denn tagsüber Ihr Handy auch mal ab?
Marion Caspers-Merk:
Das geht leider nicht. Ich weiß gar nicht mehr, wie man früher regiert hat ohne Handy. Manchmal würde ich das Handy am liebsten einfach ausschalten. Aber dann würde mich Bundesministerin Ulla Schmidt verzweifelt suchen lassen.
Workshop Bewegung:
In Ihrer Arbeit sitzen Sie sicher viel. Wie gleichen Sie dies aus?
Marion Caspers-Merk:
Ich versuche, mich in meiner Freizeit regelmäßig zu bewegen. Ich gehe zweimal in der Woche schwimmen und arbeite im Sommer viel im Garten. Ich gebe aber zu, dass ich meist mit dem Fahrstuhl in mein Büro im 3. Stock fahre, statt die Treppe zu nutzen.
Workshop Bewegung:
Wie können Kinder sich in der Schule mehr bewegen?
Marion Caspers-Merk:
Kinder sollten die Pausen nutzen, um sich zu bewegen. Dann können sie sich im Unterricht auch besser konzentrieren. Zusätzlich könnten die Lehrer sie zu kleinen Gymnastik- und Konzentrationsübungen anleiten.
Workshop Lärm:
Wäre ein Gesetz gegen laute Musik nicht sinnvoll?
Marion Caspers-Merk:
Für Diskotheken wäre eine Lautstärkenregelung per Gesetz sinnvoll. Man kann aber auch selbst dafür sorgen, dass laute Musik nicht das Gehör schädigt. In der Diskothek sollte man sich nie direkt neben die Boxen stellen und eventuell auch Ohrstöpsel benutzen.
Workshop Lärm:
Ist es Ihrer Meinung nach wichtiger, dass der Verkehr fließt oder dass es ruhig ist?
Marion Caspers-Merk:
Nun, wir wollen ja alle beides. Wenn wir im Auto sitzen, wollen wir schnell ankommen, und wenn wir da sind, wollen wir, dass es ruhig ist. Es wird viel getan, damit der Verkehrslärm gemindert wird, zum Beispiel durch Schallschutzwände. Wir sollten aber auch alle versuchen, öfter mal auf das Auto zu verzichten.