Die Ohrmuschel ist der äußerste Teil Deines Ohres. Sie ist relativ weich, weil sie aus Knorpel besteht, daher kannst Du sie auch leicht zusammendrücken. Wie ein Trichter fängt sie die Geräusche in Form von Schallwellen auf und leitet sie weiter in den Gehörgang.
Der Gehörgang leitet die Schallwellen weiter ins Innere des Ohres. Die Haut des Gehörgangs enthält Drüsen, die Ohrenschmalz absondern. Der Ohrenschmalz hat eine wichtige Schutzfunktion: wenn wir kauen, wird er langsam nach außen transportiert. Dabei nimmt er Schmutz und Bakterien aus dem Gehörgang mit. Reinigst du deine Ohren mit einem Wattestäbchen, musst Du das ganz vorsichtig tun.
Das Trommelfell sitzt am Ende des Gehörgangs. Treffen die Schallwellen auf das Trommelfell, so wird es in Schwingung gebracht. Das kannst du dir vorstellen wie einen Schlag auf die Pauke.
Diese winzigen Gehörknöchelchen haben lustige Namen: sie heißen Hammer, Amboss und Steigbügel und sehen diesen Gegenständen auch ein bisschen ähnlich. Der mit Luft gefüllte Raum, in dem sie sich befinden, wird Paukenhöhle genannt. Die Gehörknöchelchen nehmen die Schwingungen des Trommelfells auf und leiten sie weiter. Als letzter in der Reihe gibt der Steigbügel die Schwingung an das Innenohr weiter. Übrigens: Der Steigbügel ist der kleinste Knochen des Menschen und nur halb so groß wie ein Reiskorn.
Das Innenohr wird wegen seiner Form auch Ohrschnecke genannt, es sieht nämlich aus wie ein Schneckenhaus. Die Ohrschnecke ist mit Flüssigkeit gefüllt. In ihr wandert die Schallwelle wie auf einer Wendeltreppe einmal ganz nach oben und wieder zurück. Den Weg, den die Schallwellen auf dem Hinweg benutzen, heißt Vorhoftreppe, der Rückweg Paukentreppe.
Die Basilarmembran windet sich durch die gesamte Ohrschnecke und trennt die Vorhoftreppe von der Paukentreppe. Auf ihrem Weg durch die Ohrschnecke setzen die Schallwellen die Basilarmembran in Schwingung. Jede Tonhöhe löst an einer bestimmten Stelle Schwingungen aus. So können wir Töne von einander unterscheiden.
Die Haarzellen mit ihren feinen Härchen, die Zilien genannt werden, sitzen auf der Basilarmembran. Trifft die Schallwelle auf sie, so biegen sich die Zilien. Dadurch wird die Schallenergie in elektronische Impulse umgewandelt, die von den Haarzellen weitergeleitet werden.
Der Hörnerv nimmt die elektronischen Impulse auf, führt sie weiter zum Gehirn, genauer zur Hirnrinde oberhalb des gegenüberliegenden Ohres hinter dem Schläfenbein. Hier endet die Reise des Geräuschs. Du hörst.